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Nagetiere: die grösste Bedrohung für die Verkabelung von Glasfaserzugangsnetzen?

Installierte Glasfaserkabel sind einer Vielzahl gefährlicher Bedingungen ausgesetzt, wie z.B. der Einwirkung von Chemikalien, Feuer oder extremen Temperaturen. Eine der grössten Bedrohungen sind jedoch... Nagetiere.

5 MINUTEN LESEDAUER

Da ihre Zähne im Laufe ihres Lebens immer weiterwachsen, sind Ratten, Mäuse, Eichhörnchen und ihre Verwandten unter Nagezwang. Diese zahnärztliche Selbstpflege kann zu (oberflächlich) beschädigten Kabeln führen. Manchmal nagen sie Kabel aus Verspieltheit durch, oder weil die Kabel ihnen den Weg zu einem Nest oder einer Nahrungs- und Wasserquelle versperren.

In den USA sind Taschenratten die Hauptursache für Probleme mit vergrabenen Kabeln im Zusammenhang mit Tieren. Eichhörnchen hingegen sind die Hauptursache für tierische Schäden an Kabel in der Luft, sogenannten Freileitungen. Eichhörnchen zwangen Time Warner Cable, 2011 in New York 87 Meilen Kabel zu ersetzen. Kürzlich haben Ratten ein Kabel durchgebissen, das zwei Datenzentren in Estlands Hauptstadt Tallinn verbindet, was dazu führte, dass Online-Bürgerdienste für einige Zeit nicht verfügbar waren. Vor einigen Jahren hatten Ratten den Internetzugang für Virgin-Media-Kunden in Teilen Schottlands vollständig zum Erliegen gebracht.

Von Nagetieren verursachte Schäden können die Zuverlässigkeit von Glasfaserkabeln im Innen- und Aussenbereich ernsthaft beeinträchtigen. Diese haben im Allgemeinen einen relativ kleinen Durchmesser, wodurch sie anfälliger durch Nager sind als andere Telekommunikationskabel. Da es sich bei Nagetieren um nachtaktive Lebewesen handelt, die gerne Kabel an Orten kauen, an denen sie nicht leicht zu entdecken sind, bemerken Netzbetreiber möglicherweise keine Schäden, bis die Performance des Netzwerks nachlässt. Abgesehen von Betriebsunterbrechungen müssen sie unter Umständen auch mit kostspieligen und zeitaufwändigen Verfahren zur Schadensverfolgung und -behebung rechnen.

Nagetiergeschädigte Kabel befinden sich in der Regel in unterirdischen Schächten oder Versorgungskanälen, wo sich die Tiere frei bewegen können. Andere kritische Orte sind Übergänge, wo Installationskabel in Gebäude eingeführt oder zwischen Räumen (in der Regel im Keller) verlegt werden. Kabel, die entlang von Kabeltrassen, Kletterzonen oder internen Kanälen und Laufbahnen verlaufen, sind weniger anfällig auf Verbiss.

Verschiedene Arten des Nagetierschutzes

Wir können zwischen zwei Schutzebenen unterscheiden: vollständig «nagetiersichere» Kabel sowie «nagetiergeschützte» Kabel, welche keinen dauerhaften Schutz bieten.

Nagetiergeschützte Kabel verhindern eine Beschädigung des Kabelkerns bei mässigem Nagetierbefall, etwa wenn wenige Nagetiere vorhanden sind und die Kabel keine Zugänge versperren.

Hier empfehlen wir die Verwendung von armierten Kabeln des Typs U – DQ (BN) mit «Glass-Roving», auch als E-Glasgarn bekannt, welche den Kabelkern als eine Art zusätzliche Ummantelung schützen. Im Allgemeinen ist dieses Schutzniveau ausreichend. Bei fortgesetztem oder starkem Verbiss bilden glasroving-armierte Kabel keinen dauerhaften Schutz.

Nagetiersichere Kabel zeichnen sich durch eine Schutzmassnahme aus, welche die Nager nicht überwinden können. Die Schutzmassnahme bietet genügend mechanischen Widerstand und funktioniert sowohl über einen längeren Zeitraum als auch bei massivem Nagetierbefall.

Die allerbesten Ergebnisse werden mit Kabeln erzielt, die mit einer Stahlarmierung versehen sind. Von den verschiedenen Stahlarmierungsvarianten hat die Stahlbandarmierung die besten Eigenschaften.

Für Nager gefährdete Umgebungen empfehlen wir die Verwendung von stahlbandarmierten Kabeln der Typen U – DQ (ZN) (SR) (ein Kabelmantel) oder U – DQ (ZN) H (SR) (zwei Kabelmäntel).

Schutzmassnahmen

Glass-Roving-Verstärkung

Eine hochwirksame Schutzmethode ist die Verwendung von «Glass-Roving»-Ummantelungen, die Glasfasergarne enthalten. Diese Art der Verstärkung ist die am weitest verbreitete Schutzmassnahme. Glasroving zersplittert bei mechanischer Beanspruchung. Infolgedessen brechen winzige Glasfaserfragmente ab und bohren sich in die Haut kauender Nagetiere. Der unangenehme Juckreiz verhindert, dass die Tiere weiter nagen. «Glass-Roving»-armierte Kabel bieten ausreichenden Schutz für Anlagen mit mässiger Bissgefahr. Zu den Vorteilen von «Glass-Roving»-armierten Kabel gegenüber anderen Schutzmassnahmen gehören ihr geringes Gewicht und ihre ungehinderte Flexibilität. Das bedeutet, dass Leichtigkeit und Schnelligkeit der Installation durch den zusätzlichen Schutz nicht beeinträchtigt werden, während es gleichzeitig keine Kompromisse in den Bereichen Robustheit und Haltbarkeit gibt. Kabel können problemlos in Steigzonen und in hauseigenen Kabelkanälen eingesetzt werden.

Stahldrahtarmierung

Metallpanzerungen aus Drähten bieten ein hohes Schutzniveau. Stahldraht-Panzerungen bieten mehr Schutz vor Nagetierbefall als «Glass-Roving»-armierte Kabel. Die Metallarmierung wird zwischen Innen- und Aussenmantel platziert.

Tests haben jedoch gezeigt, dass besonders hartnäckige Nagetiere in der Lage sind, einzelne Drähte aus dem Verbund herauszuziehen und so die Armierung zu schwächen. Infolgedessen bieten selbst stahldrahtarmierte Kabel keinen garantierten Schutz gegen wiederholte Angriffe. Stahldrahtarmierung wird für unterirdische Kanäle und Schächte empfohlen, wo nur gelegentlich mit Nagetierbefall zu rechnen ist.

Stahlband Armierung

Stahlbandarmierte Kabel sind nagetiersicher. Die Wirkung beruht auf der Tatsache, dass die Zähne der Nagetiere keinen Angriffspunkt auf der Metalloberfläche finden und nicht richtig zubeissen können. Stahlbandarmierte Kabel werden für den Einsatz im Freien in Kabelkanälen und -schächten empfohlen, wo ein Nagetierbefall nicht verhindert werden kann.

FRP-Stabbewehrung

FRP-Stäbe sind runde Profile, die weitgehend aus Glas und Harz bestehen. Diese können verwendet werden, um die Festigkeit von Glasfaserkabelkonstruktionen zu gewährleisten. Kabel mit FRP-Stab Armierung direkt unter dem Aussenmantel bieten einen ähnlichen Schutz wie Stahldraht, sind aber vollständig dielektrisch, was in Bereichen mit elektromagnetischen Feldern (wie z.B. Zuggleisen) von Vorteil ist.

Andere Optionen

Obwohl Kabel auch mit oberflächlich aufgetragenen Additiven behandelt werden können wie Chili, das abschreckend wirkt, oder tödliche Gifte, raten wir von der Verwendung solcher Lösungen ab, da eine Gefährdung des Installationspersonals nicht ausgeschlossen werden kann. Schliesslich gehören sowohl Menschen als auch Nagetiere zur Gattung der Säugetiere.

Die richtige Wahl treffen

Die Auswahl der am besten geeigneten Schutzmassnahmen für den Einsatz gegen Nagetiere ist unerlässlich. Stahlarmierte Kabel schützen kritische Infrastrukturen vor einer grossen Anzahl von Ratten, Mäusen, Erdhörnchen und Eichhörnchen, obwohl in vielen anderen Fällen eine weniger aufwendige Option mehr als ausreichenden Schutz bietet.

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