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Verkabelung der letzten Meile

Welche Art der Verkabelung ist für Ihr Netzwerk am besten geeignet?

5 MINUTEN LESEDAUER

Die “letzte Meile” in einem Netzwerk ist die letzte Kabelstrecke der Verkabelung zwischen einem Verteilknotenpunkt und einer Wohnung oder einem Arbeitsplatz. Aber die Abzweigung einzelner Stichleitungen von einer Haupt-Glasfaserleitung ist schwieriger, als es auf den ersten Blick scheint. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Glasfaser in die Gebäude zu bringen.

Wie kann man die praktikabelste und kostengünstigste Entscheidung treffen, ohne Kompromisse bei Datengeschwindigkeit, Latenzzeit und User Experience einzugehen?

In der Werbung wird oft suggeriert, dass es sich bei «Hochgeschwindigkeits»- oder «Breitband»-Netzwerken um vollwertige Glasfasernetze handelt. Für die «letzte Meile» wird jedoch oft überhaupt keine Glasfaser verwendet. Obwohl ein passives optisches Netzwerk (PON) oder FTTH-Netzwerk (Fiber to the Home) Glasfaserkabel bis in die Räumlichkeiten der Abonnenten führt, nutzen die meisten festen Hochgeschwindigkeits-Internetdienste (teilweise) vorhandene Kupferleitungen – das Erbe der Telefonnetze des 20. Jahrhunderts. Optische Signale müssen in elektrische Signale umgewandelt werden, bevor sie die Endbenutzer erreichen. Manchmal werden drahtlose Signale verwendet, um die «letzte Meile» zu überbrücken. «Fiber to the Node», «Curb», «Antenna» oder «Building»-Netzwerke sind keine vollständigen Glasfasernetze, was bedeutet, dass die Leistung beeinträchtigt wird. Warum werden also immer noch Lösungen auf Kupferbasis verwendet? Ganz einfach: Die Zugangsleitung der letzten Meile stellt den grössten Teil der durchschnittlichen Investitionen pro Netzwerkanschluss dar, was die Nutzung der vorhandenen Infrastruktur billiger macht. Die kupferbasierte oder drahtlose Technologie mag genügend Bandbreite für viele Anwendungen bieten – aber die Akzeptanz von Technologien wie 5G und WiFi 6 bedeutet, dass dies möglicherweise nicht lange der Fall bleibt.

Glasfaser ist die schnellste verfügbare Übertragungsmethode mit der geringsten Latenzzeit. Die geringe Dämpfung sehr hoher Frequenzen und das sehr geringe Rauschen ermöglichen eine schnelle, zuverlässige und effiziente Übertragung der grössten Datenmenge über eine bestimmte Entfernung. Überall dort, wo Netzwerke geschäftskritisch sind, bei anspruchsvollen Anwendungen oder wenn grosse Benutzerzahlen bedient werden, ist Glasfaser die einzige Wahl und übertrifft die kupferbasierte Übertragung auf der letzten Meile deutlich. Das bringt uns zu der Herausforderung, die letzte Übertragungsstrecke tatsächlich in den Bau zu bekommen. Welche Optionen haben wir?

Erdgebundene Verlegemethoden

Kabel der letzten Meile werden in der Regel in ein Rohr eingeblasen oder eingezogen. Meist werden bestehende Rohrleitungen, die zuvor für andere Dienste zum Gebäude verlegt wurden, mitbenutzt. Hier hilft der geringe Durchmesser der LWL-Kabel, ihr geringes Gewicht und ihre Flexibilität, welche diese Mitbenutzung unterstützen.

Da Nagetiere nicht in Verlegerohre hineinkommen, benötigen eingezogene oder eingeblasene LWL-Kabel keinen Nagetierschutz.

Eine Möglichkeit, Glasfaserkabel in ein Rohr einzufügen, besteht darin, es einzuziehen. Die wichtigsten mechanischen Eigenschaften für solche Kabel sind Zugfestigkeit und geringes Eigengewicht. Wir empfehlen Polyethylen (PE)-ummantelte Kabel, da PE hervorragende Oberflächeneigenschaften und Gleiteigenschaften (geringer Reibungswiderstand) für alle Aussenanwendungen besitzt. Universell einsetzbare Kabel vom Typ U-DQ(ZN) oder U-DQ(BN) eignen sich zum Einziehen in Kanäle. Für kürzere Leitungen im Aussenbereich empfehlen wir armierte Bündeladerkabel mit «Glass Roving» (die einen gewissen Nagetierschutz bieten) vom Typ U-DQ (BN) l, die mit einem FRLSZH-Aussenmantel ausgestattet sind.

Das Einblasen von Kabeln in vorverlegte Kabelkanäle ist die wirtschaftlichste Verlegemethode für erdverlegte Kabel. Für das Einblasen optimierte Kabel sollten leicht und vorzugsweise dünn sein, eine gewisse Steifigkeit aufweisen und der Aussenmantel sollte hervorragende Gleiteigenschaften aufweisen.

Anders als bei gezogenen Kabeln sind Zugentlastung und Widerstand gegen hohe Zugkräfte nicht erforderlich. Mikrokabel vom Typ A – D2Y mit einer Bündelader von 1,2 mm (4 Fasern) oder 2,0 mm (12 Fasern) / 3,0 mm (24 Fasern) sind aufgrund ihres geringen Gewichts, der optimalen Steifigkeit und des minimalen Aussendurchmessers für den sogenannten Blow-In-Prozess optimiert.

Die Kabel können auch direkt ins Erdreich verlegt werden. Für diese Verlegeart müssen die Kabel eine hohe Querdruckfestigkeit aufweisen und nagetiersicher sein. Längswasserdichtheit ist eine Grundvoraussetzung. Eine Ummantelung aus High Density Polyethylen (HDPE) ist angezeigt, da PE ausreichend widerstandsfähig gegen alle chemischen Einflüsse ist, denen direkt vergrabene Kabel möglicherweise ausgesetzt sind. Aufgrund der Einflussparameter wie erhöhte Feuchtigkeit, Querdruckbelastung und Nagetierbefall empfehlen wir gewellte stahlbandarmierte Kabel vom Typ A – DQ (ZN) (SR) 2Y oder die doppelt ummantelte Version A – DQ (ZN) 2Y (SR) 2Y.

Freileitung-Installationen

Eine Freileitung-Installation ist die wirtschaftlichste Verlegemethode für die letzte Meile. Ein Vorteil ist die Tatsache, dass vorhandene Masten verwendet werden können.  Allerdings sind die Anforderungen an diese Kabel wesentlich höher als bei Erdkabeln, da sie ständig Bewitterung ausgesetzt sind. Neben der erforderlichen hohen Zugkraft müssen auch Einflüsse, wie Eislast, Vibration, UV-Beständigkeit, Temperaturwechselverhalten, Kabelgewicht, Kabeldurchmesser sowie die freie Länge und der Kabeldurchhang zwischen zwei Befestigungspunkten berücksichtigt werden.

Wir empfehlen Kabel, die entweder mit einem UV-stabilen HDPE- oder wahlweise FRLSZH-Aussenmantel ummantelt und für einen Temperaturbereich von -25 °C bis +70 °C ausgelegt sind (eine schwarze Oberfläche unter direkter Sonneneinstrahlung erreicht relativ leicht +70 °C). Bei Freileitung Anwendungen sind dielektrische und selbsttragende Eigenschaften von entscheidender Bedeutung. U – (ZN) H-Typ-Verkabelungen mit ihrer einfachen Konstruktion können Spannweiten von bis zu 70 m überbrücken.

Kurz gesagt: Die Wahl der Kabelverlegemethode hängt von einer Reihe von Faktoren ab, darunter die Bevölkerungsdichte, die Geologie, der Verwendungszweck und vieles mehr. Wenn es möglich ist, die bestehende Infrastruktur wiederzuverwenden, ist das natürlich immer ratsam.

Einige Produktempfehlungen und Grafiken sowie weitere Informationen finden Sie in der Broschüre «Letzte Meile»

Setzen Sie sich mit uns in Verbindung, wenn Sie Ihre spezifische Situation mit einem Experten besprechen möchten.

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